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Goldsparen Goldmarie

Geschichten und Märchen rund um Gold

In zahlreichen Geschichten, Sagen, Mythen und Legenden sowie Märchen spielt Gold eine wichtige Rolle. So insbesondere auch in den Märchen der Brüder Grimm. Ob vom goldenen Wesen oder Gegenständen wie Goldäpfeln, Goldvögeln, Goldpferden oder dem Goldesel, vieles dreht sich um das kostbarste Metall auf Erden – Gold.

Heute möchten wir Ihnen, liebe Leser und liebe Leserinnen, das Märchen von Frau Holle etwas näher bringen und Sie auch auf eine Fernsehdokumentation hinweisen. Wann haben die das letzte Mal ein Märchenbuch gelesen oder Ihren Enkeln vorgelesen? Oder erinnern Sie sich noch an Ihre Kindheit?

„Ach Märchen sind doch was für Kinder“ mögen so manche wohl sagen. Aber das scheint uns keineswegs so. Sagen Sie niemals einfach so leichtsinnig Worte wie: „Ich habe einfach nur Pech gehabt“. Sprechen Sie auch nicht von „Pechsträhne“ oder von „Pechvogel“. Selbst, wenn Sie tatsächlich ohne eigenes Verschulden quasi zu einem gemacht wurden.

(Die Bezeichnung Pechvogel leitet sich von der mittelalterlichen Vogeljagd ab. Damals wurden Vögel mit Leimruten gefangen, an denen die Tiere kleben blieben. Die mit Vogelleim bestrichenen Ruten wurden auch „Pechruten“ genannt. So wurde der gefangene „Pechvogel“ zum Symbol für jemanden, dem das Schicksal übel mitspielt.)

Sondern handeln Sie nach dem Motto: „Denke nach und werde reich“. Ob reich an Erfahrungen und Erkenntnissen sowie Lebensweisheiten oder reich im Sinne von einem „echten Goldschatz“ oder „Reich an Glück und Freude im Leben“ lassen wir mal dahingestellt.

Denken Sie nach. Fragen Sie sich, ob es „einfach nur Pech“ war oder ob Sie möglicherweise nicht fleißig genug waren. So mancher sagt auch, „er sei vom Pech verfolgt“. Die Gründe können vielfältig sein. Eigenes Verschulden? – Man lernt bekanntlich nie aus, in diesem Sinne, hier die Lerngeschichte von Goldmarie und Pechmarie sowie von Frau Holle. Viel Spaß beim Lesen sowie beim Anschauen des Videos am Ende des Artikels.

Frau Holle – Ein Märchen der Brüder Grimm

Eine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleißig, die andere häßlich und faul. Sie hatte aber die häßliche und faule, weil sie ihre rechte Tochter war, viel lieber, und die andere mußte alle Arbeit tun und der Aschenputtel im Hause sein. Das arme Mädchen mußte sich täglich auf die große Straße bei einem Brunnen setzen und mußte so viel spinnen, daß ihm das Blut aus den Fingern sprang.

Nun trug es sich zu, daß die Spule einmal ganz blutig war, da bückte es sich damit in den Brunnen und wollte sie abwaschen; sie sprang ihm aber aus der Hand und fiel hinab. Es weinte, lief zur Stiefmutter und erzählte ihr das Unglück. Sie schalt es aber so heftig und war so unbarmherzig, daß sie sprach: „Hast du die Spule hinunterfallen lassen, so hol sie auch wieder herauf.“ Da ging das Mädchen zu dem Brunnen zurück und wußte nicht, was es anfangen sollte; und in seiner Herzensangst sprang es in den Brunnen hinein, um die Spule zu holen.

Es verlor die Besinnung, und als es erwachte und wieder zu sich selber kam, war es auf einer schönen Wiese, wo die Sonne schien und vieltausend Blumen standen. Auf dieser Wiese ging es fort und kam zu einem Backofen, der war voller Brot; das Brot aber rief: „Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich: ich bin schon längst ausgebacken.“ Da trat es herzu und holte mit dem Brotschieber alles nacheinander heraus.

Danach ging es weiter und kam zu einem Baum, der hing voll Äpfel, und rief ihm zu: „Ach, schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.“ Da schüttelte es den Baum, daß die Äpfel fielen, als regneten sie, und schüttelte, bis keiner mehr oben war; und als es alle in einen Haufen zusammengelegt hatte, ging es wieder weiter.

Endlich kam es zu einem kleinen Haus, daraus guckte eine alte Frau, weil sie aber so große Zähne hatte, ward ihm angst, und es wollte fortlaufen. Die alte Frau aber rief ihm nach: „Was fürchtest du dich, liebes Kind? Bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Hause ordentlich tun willst, so soll dir’s gut gehn. Du mußt nur achtgeben, daß du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, daß die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt; ich bin die Frau Holle.“

Weil die Alte ihm so gut zusprach, so faßte sich das Mädchen ein Herz, willigte ein und begab sich in ihren Dienst. Es besorgte auch alles nach ihrer Zufriedenheit und schüttelte ihr das Bett immer gewaltig, auf daß die Federn wie Schneeflocken umherflogen; dafür hatte es auch ein gut Leben bei ihr, kein böses Wort und alle Tage Gesottenes und Gebratenes. Nun war es eine Zeitlang bei der Frau Holle, da ward es traurig und wußte anfangs selbst nicht, was ihm fehlte, endlich merkte es, daß es Heimweh war; ob es ihm hier gleich vieltausendmal besser ging als zu Haus, so hatte es doch ein Verlangen dahin. Endlich sagte es zu ihr: „Ich habe den Jammer nach Haus gekriegt, und wenn es mir auch noch so gut hier unten geht, so kann ich doch nicht länger bleiben, ich muß wieder hinauf zu den Meinigen.“

Die Frau Holle sagte: „Es gefällt mir, daß du wieder nach Haus verlangst, und weil du mir so treu gedient hast, so will ich dich selbst wieder hinaufbringen.“ Sie nahm es darauf bei der Hand und führte es vor ein großes Tor. Das Tor ward aufgetan, und wie das Mädchen gerade darunter stand, fiel ein gewaltiger Goldregen, und alles Gold blieb an ihm hängen, so daß es über und über davon bedeckt war. „Das sollst du haben, weil du so fleißig gewesen bist,“ sprach die Frau Holle und gab ihm auch die Spule wieder, die ihm in den Brunnen gefallen war. Darauf ward das Tor verschlossen, und das Mädchen befand sich oben auf der Welt, nicht weit von seiner Mutter Haus; und als es in den Hof kam, saß der Hahn auf dem Brunnen und rief:

„Kikeriki, Unsere goldene Jungfrau ist wieder hie.“

Da ging es hinein zu seiner Mutter, und weil es so mit Gold bedeckt ankam, ward es von ihr und der Schwester gut aufgenommen. Das Mädchen erzählte alles, was ihm begegnet war, und als die Mutter hörte, wie es zu dem großen Reichtum gekommen war, wollte sie der andern, häßlichen und faulen Tochter gerne dasselbe Glück verschaffen.

Sie mußte sich an den Brunnen setzen und spinnen; und damit ihre Spule blutig ward, stach sie sich in die Finger und stieß sich die Hand in die Dornhecke. Dann warf sie die Spule in den Brunnen und sprang selber hinein. Sie kam, wie die andere, auf die schöne Wiese und ging auf demselben Pfade weiter. Als sie zu dem Backofen gelangte, schrie das Brot wieder: „Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich, ich bin schon längst ausgebacken.“ Die Faule aber antwortete: „Da hätt ich Lust, mich schmutzig zu machen,“ und ging fort.

Bald kam sie zu dem Apfelbaum, der rief: „Ach, schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.“ Sie antwortete aber: „Du kommst mir recht, es könnte mir einer auf den Kopf fallen,“ und ging damit weiter. Als sie vor der Frau Holle Haus kam, fürchtete sie sich nicht, weil sie von ihren großen Zähnen schon gehört hatte, und verdingte sich gleich zu ihr. Am ersten Tag tat sie sich Gewalt an, war fleißig und folgte der Frau Holle, wenn sie ihr etwas sagte, denn sie dachte an das viele Gold, das sie ihr schenken würde; am zweiten Tag aber fing sie schon an zu faulenzen, am dritten noch mehr, da wollte sie morgens gar nicht aufstehen.

Sie machte auch der Frau Holle das Bett nicht, wie sich’s gebührte, und schüttelte es nicht, daß die Federn aufflogen. Das ward die Frau Holle bald müde und sagte ihr den Dienst auf. Die Faule war das wohl zufrieden und meinte, nun würde der Goldregen kommen; die Frau Holle führte sie auch zu dem Tor, als sie aber darunterstand, ward statt des Goldes ein großer Kessel voll Pech ausgeschüttet. „Das ist zur Belohnung deiner Dienste,“ sagte die Frau Holle und schloß das Tor zu. Da kam die Faule heim, aber sie war ganz mit Pech bedeckt, und der Hahn auf dem Brunnen, als er sie sah, rief:

„Kikeriki, Unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie.“

Das Pech aber blieb fest an ihr hängen und wollte, solange sie lebte, nicht abgehen.

Und die Moral von der Geschichte…

Und die Moral von der Geschicht’…“, mit diesem Satz enden zahlreiche Märchen und Geschichten, welche darauf abzielen, den Lesern gewisse Werte, Verhaltensformen und Gepflogenheiten nahezubringen.

Die Goldmarie ist freundlich, fleißig und folgsam, hilfsbereit und achtsam. Sie macht alles richtig. Die Pechmarie ist unfreundlich, faul und widerwillig, selbstsüchtig und unachtsam. Sie macht nichts richtig. Neid, Gier, Habsucht und Geiz und Egoismus werden angesichts des Edelmetalls in Märchen offenbart und dem Leser oder Zuhörer erlebbar gemacht. Die Goldmarie handelte im Sinne Aristoteles nach dem Motto: „Alles, was getan wird, ist es wert, gutgetan zu werden“. Ihre Schwester, obwohl ein Ziel vor Augen (d.h. sie wusste um das Gold) wurde zur Pechmarie.

Die Botschaft von „Frau Holle“: Es gibt Gerechtigkeit. Wer fleißig und warmherzig ist, wird belohnt. Manchmal eben auch in Form von Goldgeschenken.

„Die Farbe Gold ist die Farbe des Erfolgs, der Errungenschaften und des Triumphs. Gold wird mit Überfluss und Wohlstand, Luxus, Qualität, Wertigkeit und Eleganz assoziiert. Die Farbwirkung von Gold impliziert Wohlstand, materiellen Reichtum und Extravaganz. Gold in seinem physischen Zustand bezeichnet von Natur aus Reichtum und Status, da es die Farbe des seit Jahrtausenden wertvollen Edelmetalls ist. Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass Gold von Natur aus optimistisch ist. Als erhebender und ermutigender Farbton will die Farbe Gold das Beste für die Menschen. Es feiert Erfolge und motiviert Menschen, ihr Potenzial auszuschöpfen.“, so beschreibt es farbtonkarte.de

Erfahren Sie mehr über Frau Holle, Goldmarie und die Hintergründe und Zusammenhänge des Märchens, aber auch der geschichtlichen Realität dahinter in dieser Dokumentation von „ZDF Terra X“:

P.S. Liebe Frau Holle, lass es bitte schneien! Let it show! Let it show! Let it show!

Quellen und weiterführende Informationen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Frau_Holle

https://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/frau_holle

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Goldmaria_und_die_Pechmaria

Zur Farbe Gold siehe auch: farbtonkarte.de und https://de.wikipedia.org/wiki/Gold_(Farbe)

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